Filesharing Abmahnung

Ein Kampf gegen Windmühlen- so empfinden es nicht selten die Betroffenen, die von Filesharing Abmahmungen betroffen sind. Aber was ist Filesharing überhaupt und wie kann man sich gegen ungerechtfertigte Abmahnungen schützen?

Beim Filesharing (zu deutsch "das Teilen von Daten") werden alle Arten von Dateien (Musik Bilder, Videos etc.) zwischen Internetbenutzern in sogenannten Tauschbörsen bzw. Filesharing-Netzwerken direkt weitergegeben. Das bedeutet, dass sich die Daten direkt auf den Computern der Benutzer befinden und von den anderen Benutzern heruntergeladen werden können.

In den letzten Jahren nahmen in diesen Zusammenhang Massenabmahnungen von einschlägigen Rechtsanwaltskanzleien wegen angeblichen Urheberrechtsverstößen enorm zu. Klare Drohungen, hohe Geldforderungen und viel zu kurze Fristen zeigen Wirkung und rufen bei vielen Beklagten panikähnliche Reaktionen hervor. Auch wenn die abgemahnten Menschen noch nie von den angegebenen illegal heruntergeladenen Lied oder Bild gesehen oder gehört haben, beugen sich trotz alledem viele der Flut der Abmahnungsschreiben und zahlen mehrere tausende Euro.

Wie aber gehen die Abmahn-Kanzleien vor und wie begründen sie ihre Anschuldigungen?

Zuerst benötigen die Abmahner Informationen- und dieser erhalten sie durch Massenabfragen im Internet. Dabei werden technische Dienstleister wie Logistep oder Evidenzia in Anspruch genommen, die bei Tauschbörsen IP-Adressen ermitteln können. Danach beantragen sie bei Amts- und Landgerichten zivilrechtliche Auskunftsansprüche und erhalten daraufhin die Anschlussinhaberdaten. Danach kann mit dem Schreiben von Abmahnungen begonnen werden.

Viele Nutzer werden jedoch zu Unrecht verdächtigt, da bei der Abfrage der Adressen eine hohe Fehlerquote besteht. So kann z.B. oft zu dem angegebenen Tatzeitpunkt keine Session unter der genannten IP-Adresse gefunden werden. Zwar könnte man als Beweis für die Unschuld eine Abfrage beim eigenen Provider stellen, aber dies ist meist nicht mehr möglich, da innerhalb von 7 Tagen die Daten gelöscht werden. Auch eigene Logfiles werden vor Gericht nicht als Beweis anerkannt. Die Möglichkeit, die Abmahnung auf Verweis eines Eindringlings in das eigene WLAN-Netz abzuschmettern, existiert nicht mehr, da Gerichte bestätigt haben, dass man das eigene Netz sichern muss. Was also tun?

Das bloße Ignorieren der regelmäßigen Abmahnungen ist schwierig und kann sogar zu einstweiligen Verfügungen oder Unterlassungsklagen führen. Auch vor Gericht glauben Richter oft den Abmahnungskanzleien. Zwar kann man einen Zweifel an der Funktionstüchtigkeit der verwendeten Software anstellen, meist haben die Kanzleien jedoch ein Gutachten für die einwandfreie Funktion in petto. Ein Gegengutachten ist teuer und die Garantie, das investierte Geld zurück zu erhalten, nicht gegeben. Aus diesem Grund ist es meist das Beste, einen erfahrenen und versierten Anwalt zu kontaktieren und so den Abmahnungskanzleien zu begegnen.