Ratgeber Recht

Juristische Fragestellungen – für den Laien ein Problem

Eine korrekte juristische Würdigung selbst alltäglicher Sachverhalte ist für einen Laien so gut wie unmögliche. Durch die Komplexheit des Rechtssystems der Bundesrepublik kann sich der Bürger ohne eine entsprechende Ausbildung in der Regel nicht vorstellen, was für komplizierte rechtliche Zusammenhänge sich schon durch einen Einkauf im Supermarkt oder beim Bäcker ergeben. Die meisten denken, juristische Fragen sind schnell und einfach beantwortbar und suchen entweder im Internet oder in einem der vielen auf dem Markt erhältlichen Ratgeber Recht selbst nach Antworten. Nicht selten kommt es bei diesen Versuchen, ohne professionelle Hilfe ein juristisches Problem zu lösen, zu schweren rechtswissenschaftlichen Fehlern, mit oftmals für die Betroffenen ungeahnten Folgen.

Das Rechtsystem in Deutschland unterteilt sich nach methodischen Gesichtspunkten in die drei großen Bereiche Privatrecht, öffentliches Recht und Strafrecht, diese Fachgebiete sind wiederum nach Inhalt oder Gegenstand methodenübergreifend gegliedert. Ein gutes Beispiel für die praktische Handhabung des Systems ist das Wirtschaft- oder das Verkehrsrecht, unerlaubte Handlungen im Rahmen des öffentlichen Rechts können sowohl privatrechtliche als auch strafrechtliche Ahndungen nach sich ziehen. Für eine Problemlösung sind neben den Paragrafen der Gesetzestexte auch noch die entsprechenden Auslegungen fallabhängig zu berücksichtigen, sodass eine Pauschalierung in der Regel kaum möglich ist. Die meisten der gängigen Ratgeber Recht versuchen allgemeingültige Erklärungen zu finden und verschaffen den Lesern auf diesem Weg ein trügerisches Bild von Sicherheit und umfangreichen Rechtskenntnissen.

Wie bei jeder Fachliteratur, die versucht für den unwissenden Laien ein Fachgebiet verständlich darzustellen, sind die erhältlichen Ratgeber Recht im Grunde nur Hilfsmittel, die bei der Suche nach den eventuell passenden Paragrafen unterstützen können. Sie nützen Lesern, die Grundkenntnisse in der Jurisprudenz haben und fähig sind, einen Gesetzestext zu interpretieren, wohl wissend, dass die genannten Fallbeispiele so gut wie nie zum aktuellen Geschehen passen. In vielen Fällen des privatrechtlichen Bereichs wäre ein Prozess vermeidbar, würden die Beteiligten miteinander sprechen, anstatt die Zeit mit einem Ratgeber Recht zu verbringen, um eventuell eine Möglichkeit zu finden, wie ein juristisch einwandfreies Vorgehen gegen den Gegner möglich wird. Nur der ausgebildete Jurist ist wirklich in der Lage, die rechtliche Seite eines Geschehens korrekt zu würdigen.